, Martin Hüsler

Herren 1 für flotte Leistung schlecht belohnt

Der TV Appenzell kassiert gegen den Tabellenzweiten SC Frauenfeld eine keineswegs zwingende 26:30-Auswärtsniederlage.

Eine bis tief in die zweite Halbzeit offene Partie brachte den Innerrhoder 1.-Liga-Handballern in der altehrwürdigen Festhalle Rüegerholz nicht jene Belohnung, die sie eigentlich verdient hätten. Erfreulich dennoch, dass sie dem als Favorit ins Spiel gegangenen SC Frauenfeld über weite Strecken ein durchaus ebenbürtiger Gegner waren.

„Wir haben hier nichts zu verlieren“, meinten vor dem Anpfiff sowohl TVA- Trainer Christian Hamm als auch Kreisläufer Sven Sutter. Die in dieser realistischen Einschätzung anklingende Unbeschwertheit nahm der TVA, der ohne Lukas Manser, Fabio Hörler, Noah Inauen, Fabian Graber und Loris Zeller antrat, mit in die Begegnung mit dem nebst Forti Gossau 2 meistgenannten Gruppenfavoriten. Und die Taktik, vorne einfach mutig drauflos zu spielen und hinten mit einer 5:1-Deckung die Angriffe der Thurgauer zu brechen, sollte sich lange Zeit als zielführend erweisen. Zur Pause lautete jedenfalls das Resultat aus Appenzeller Sicht erst 13:14.

Ein leichter Knick

Als es in der 47. Minute beim 23:23 noch immer unentschieden stand, hätte das beispielhaft fair ausgetragene und von einer tadellosen Schiedsrichterleistung gekennzeichnete Spiel noch jeden Ausgang nehmen können. Dann aber legte Frauenfeld drei Tore vor. In dieser Situation hätte es jener Kaltblütigkeit bedurft, die Yannick Inauen und Simon Manser bis dahin vom Penaltystrich aus an den Tag gelegt hatten. Leider vergaben sie kurz hintereinander zwei Siebenmeter, die im Erfolgsfall dem Spiel die Spannung zurückgebracht hätten. Die vom 177fachen Internationalen Urs Schärer gecoachten Frauenfelder schalteten in der Folge in den Clevernessmodus und brachten die beiden Punkte ins Trockene.

Mehr Frauenfelder Druck aus der zweiten Reihe

Der Blick in die Spielerstatistik zeigt, dass der SC Frauenfeld im NLA-erprobten Armin Sarac gewissermassen seine Lebensversicherung hatte. Zwölf Tore gingen auf sein Konto, drei Viertel davon aus der zweiten Reihe, von dort also, wo man im Handball von einfachen Treffern spricht. Punkto Ausbeute stand auf Innerrhoder Seite Yannick Inauen dem Frauenfelder Goalgetter in nichts nach. Auch er machte das Dutzend voll. Siebenmal traf er vom Flügel, fünfmal vom Siebenmeterstrich aus. Zwei gemeinsam mit René Rigas herbeigezauberte Flieger gehörten zu den Glanzpunkten des Abends.

Gute Ansätze

Christian Hamm zeigte sich nach dem Schlusspfiff mit seiner Mannschaft zufrieden: „Die Leistung durfte sich sehen lassen. Es waren gute Ansätze zu erkennen. Wenn wir sie gegen schwächere Teams ebenso umsetzen können, sollten wir das Punktekonto allmählich äufnen können.“ Die nächste Gelegenheit dazu biete sich am kommenden Freitag auswärts gegen Fortitudo Gossau 2. Aber von „schwächerem Team“ kann dannzumal allerdings noch nicht die Rede sein, führt Gossau doch die Tabelle mit lediglich zwei Verlustpunkten an.

SC Frauenfeld - TV Appenzell 30:26 (14:13)

Frauenfeld Rüegerholz - 80 Zuschauer - Schiedsrichter: Heyme/Sowidzrzal

Für den TVA spielten: Thomas Brülisauer (10 Paraden)/Raffi Graf (1 Tor); Yannick Inauen (12/5), Simon Manser (6/3), Tim Thür (2), Rouven Bischof (1), Marko Sabljo, Thomas Loser (1), Rouven Inauen (1), Laurin Manser, Ramon Inauen, René Rigas (1), Elias Valaulta, Sven Sutter (1) ­ Strafen: Frauenfeld 3 x 2 Minuten, Appenzell 5 x 2 Minuten