Herren 1 - Erlösung fünf Sekunden vor Schluss
Im letzten Moment bewahrte Arie Thür das Herren-1-Team des TV Appenzell am Sonntagabend vor einem Punkteverlust in einer Partie, aus der die Innerrhodern gut und gerne mit leeren Händen hätten herausgehen können. Die beiden Mannschaften lieferten sich einen zähen, von beidseits einer hohen Fehlerquote gekennzeichneten Abnützungskampf.
Im Wissen um den Ausgang der samstäglichen Begegnung zwischen dem HC Arbon und Pfader Neuhausen, der dank des Arboner Sieges dem TVA in die Karten spielte und ihn praktisch in die Aufstiegsbarrage hievte, hätten die Gastgeber das Spiel gegen die zweite Mannschaft von Fortitudo Gossau entspannt angehen können. Aber von Ruhe und Abgeklärtheit war sechzig Minuten lang nichts zu spüren. „Es ist uns einfach nie gelungen, eine beruhigende Distanz zu den Gossauern zu schaffen“, ortete TVA-Trainer Christian Hamm einen entscheidenden Mangel in seinem Team. Ein einziges Mal ergab sich in der ersten Halbzeit mit dem 5:2 eine Drei-Tore-Führung, die aber lediglich eine Minute währte.
Vergebene Chancen zuhauf
Dabei hätte der TVA schon früh für klare Verhältnisse sorgen können – wenn er denn die sich ihm bietenden Chancen kaltblütiger genutzt hätte. Aber eine Vielzahl in freie Würfe mündende Gegenstösse wurden eine Beute des hervorragend wehrenden Forti-Torhüters Lino Hafner oder dann klatschten die Schüsse ans Gehäuse. So ging denn oft und oft ein enttäuscht-verärgertes Raunen durch die mit 280 Zusehenden gut besetzte Halle. Sie mussten mitansehen, wie die Einheimischen ihr Heil zu häufig in überhasteten Abschlüssen suchten und in ihrem Übereifer manchmal vergassen, sich auf das handballerisch Elementare zu besinnen. Zum Glück sah man sich auch auf Gossauer Seite mit einer hohen Fehleranfälligkeit konfrontiert, auch wenn der wirblige, schwer auszurechnende Ramon Schwinn und der altgediente Gabriel Würth immer wieder Akzente zu setzen vermochten.
Herausragende Einzelleistungen
Dass es für die Innerrhoder letztlich doch zum Sieg gereicht hat, ist ein Stück weit der individuellen Klasse von Arie Thür und Lucius Graf zu verdanken, die mit je acht Treffern – bei allerdings auch fast so vielen Fehlwürfen – alles in allem doch eine solide Resultatbasis schufen. Und dann sorgte in der zweiten Halbzeit Torhüter Jan Bischof mit wichtigen Paraden dafür, dass sich der TVA im Spiel halten konnte. Nach dem Ausgleich von Lukas Manser zum 26:26 etwas mehr als eine Minute vor Schluss brachte ein technischer Fehler der Gossauer den TVA nochmals in Ballbesitz und schliesslich zum vielumjubelten Siegestreffer kurz vor der Sirene.
Bemerkenswert an dem mit Linus und Simon Hardegger von zwei Schiedsrichtern aus der obersten Spielklasse geleiteten hartumkämpften Match war dessen exemplarische Fairness. So gab es lediglich drei Zweiminutenstrafen und drei Siebenmeter.
In der Tabelle der Gruppe 1 sieht es zwei Spiele vor Schluss der Hauptrunde nun so aus, dass der HC Arbon mit 36 Punkten vor dem TVA mit 34 Punkten führt. Pfader Neuhausen (30 Punkte) könnte theoretisch noch zum TVA aufschliessen, hat aber das massiv schlechtere Torverhältnis. Bei den Innerrhodern kann man sich demnach realistischerweise auf die Barragespiele einstellen. Es folgen zuerst aber noch das Heimspiel gegen TV Unterstrass am kommenden Freitag (20.30 Uhr) und das Auswärtsspiel gegen GC Amicitia Zürich am 28. März.
TV Appenzell: Jan Bischof (Abwehrquote 33 Prozent)/Flavio De Carli (20 Prozent); Lukas Manser (1), Yannick Inauen (6), Tim Thür, Rouven Bischof (1), Arie Thür (8), Lucius Graf (8), Rouven Inauen (1), Simon Bamert (1), Laurin Manser, Marco Inauen, Ivano Sovic (1). – Strafen: TVA 2mal 2 Minuten, Fortitudo 1mal 2 Minuten. – TVA ohne Simon Manser, Luca Eugster, Kai Thür, Daniel Inauen, Niels Ham, Thomas Koller, Joel Locher, Fabio Sutter, Fabrice Oberle.