, Bericht u. Bilder: Dani Gmünder

Herren 1 ringt SG Seen Tigers nieder

In einer intensiv geführten Begegnung setzt sich am Ende der TVA gegen die SG aus Winterthur mit 33:31 (15:13) durch.

Den besonders Nervenstarken unter den gut 230 Zuschauern dürfte es gefallen haben, dass die Partie bis ganz zum Schluss eng umkämpft blieb.

Im Team der Platzherren konnten einige bereits im nahen Vorfeld der Partie dem neuen Format des Gastgeschenks nicht widerstehen und versorgten sich mit den Energiespendern aus dem Hause der Biberli Spezialitäten. Mit welchen Substanzen die Seen Tigers ihre Energietanks gefüllt hatten, bleibt ein Geheimnis. Ihrer bemerkenswerten Leistung nach zu beurteilen, dürfte auch ihr Kraftspender nicht von schlechten Eltern gewesen sein. Die Gäste waren zu keinem Zeitpunkt der Partie gewillt, dem aktuellen Co-Leader Geschenke zu verteilen und verlangten ihm alles ab.

«Junge» setzen wichtige Akzente

Der TVA hatte zu Beginn einen leichten Lauf und lag nach fünf Spielminuten mit 4:1 in Front. Die gegnerische Abwehr hatte sich aber bald eingestellt und war mit zunehmender Spieldauer des Öfteren meist nur mit grossem Aufwand zu überwinden.

Spielerische Leichtigkeit war über weite Strecken eher bei den Seen Tigers auszumachen. Sie zeigten viel Flexibilität, ein variantenreiches Spiel und kamen einfacher zu ihren Chancen. Fanden sie zu Beginn des Spiels über die Flügel und den Kreis keinen Weg zum Erfolg, wurde der Fokus postwendend auf Abschlussversuche über ihre Reihe an grossgewachsenen Rückraumspielern gelegt.

So wendete sich das Blatt nach dem kleinen Startfurioso zügig und die Einheimischen sahen sich mit drei Toren im Hintertreffen. Bei diesen lief viel über den Kampf, da es in ihrem Zuspielen ungewohnt oft an der nötigen Präzision fehlte. Die Winterthurer variierten und skorten nun auch durch die Flügelspieler und Kreisläufer.

Zwei-Tore-Führung

In den heikleren Momenten waren es dann nicht wie gewohnt die gestandenen Leistungsträger, sondern insbesondere die beiden Jungspunde Daniel Inauen und Tim Thür, welche mit Ideen und schnellen, erfolgreichen Aktionen dafür sorgten, dass der Gegner auf Schlagdistanz gehalten werden konnte. Das zeichnet eine schlagkräftige Mannschaft eben auch aus, dass bei Bedarf für andere in die Bresche gesprungen wird. Nach einem Team-Timeout (TTO) der Gäste konnte Flavio de Carli zwei Angriffe in überragender Manier abwehren und Lucius Graf in Gegenzügen zweimal erfolgreich einnetzen. Der Zwei Tore-Vorsprung schien etwas beruhigend und konnte mit dem Skore 15:13 in die Halbzeitpause mitgenommen werden. 

Halbzeitführung rasch verspielt

Die Gäste kamen besser aus der Kabine und machten ihren Halbzeit-Rückstand in kurzer Zeit wett. Es deutete auch wenig daraufhin, dass die Platzherren dieses Spiel schon bald in klare Bahnen lenken würden. Zu standfest und schwer überwindbar war an diesem Abend dieses willensstarke Winterthurer Kollektiv.

Daniel Inauen war ein höchst zuverlässiger Wert und blieb an diesem Abend makellos. Er schraubte seine Trefferbilanz bis Spielschluss auf acht von acht und steuerte damit viel für die Appenzeller Farben bei. Zudem blieb es auch dank den starken Leistungen der beiden TVA-Keeper eine hochspannende Partie, die jederzeit auf diese oder andere Seite kippen konnte. Nach dem TTO (51. Minute) durch Christian Hamm folgte ein offener Schlagabtausch mit erfolgreichen Abschlüssen auf beiden Seiten. Der eingewechselte Lukas Manser besann sich auf seine Stärken, nützte entschlossen den vorhandenen Raum für seine Laufwege und trug mit zwei sehenswerten Treffern entscheidend zur Schlussoffensive der Appenzeller bei.   

Turbulente Schlussminute

Nach dem Anschlusstor der Gäste starteten die Appenzeller die nächste Offensive und liefen wie schon im Angriff zuvor ins Zeitspiel. Der zwingende Torabschluss wurde vom Abwehrblock der Gäste zum Corner abgewehrt. Zwei erlaubte Pässe verblieben. Arie Thür erkannte die engen Platzverhältnisse, brachte sich blitzschnell in anspielbare Position und fand aus sehr spitzem Winkel eine Lücke für den Ball am Torhüter vorbei zum vielumjubelten 33:31 Endstand.

Der Trainer lobte die starke Leistung der Gäste und zeigte sich angetan ob der gezeigten Vielfalt an Spielsystemen wie 3-2-1, 6-0 und 5-1 in der Defensive und die Angriffsvariante mit dem siebten Feldspieler. Freude bereitete auch die kleine Fangruppe am Spielfeldrand, gebildet aus dem U11-Nachwuchs, die sich lautstark bemerkbar machte und sogar auf Unterstützung aus dem Umfeld zählen durfte.

Für den TVA folgt am kommenden Samstag der nächste Auftritt in der Meisterschaft, wobei die SG Uster/Stäfa zu Gast in der Heimhalle Wühre sein wird.    

TV Appenzell: Jan Bischof (Abwehrquote 28 Prozent) / Flavio De Carli (29 Prozent); Luca Eugster, Lucius Graf (6/1), Lukas Manser (2), Yannick Inauen (3), Arie Thür (6), Tim Thür (4), Kai Thür, Simon Manser (2), Rouven Bischof, Daniel Inauen (8), Rouven Inauen (2), Simon Bamert, Marco Inauen, Ivano Sovic. - Strafen: TVA 5mal 2 Minuten, Seen Tigers: 3mal 2 Minuten. TVA ohne Laurin Manser, Niels Ham, Thomas Koller, Joel Locher, Fabio Sutter, Fabrice Oberle.