, Martin Hüsler / Bilder: Dani Gmünder

Herren 1 - Ein Kantersieg zur Vorspeise

Der TV Appenzell gibt sich gegen KJS Schaffhausen keine Blösse und gewinnt 41:20 (21:9).

Am Abend, da sich die TVA-Familie zum Weihnachtsessen an die Tische setzte, richtete zuvor das Herren-1-Team mit grosser Kelle an und liess dem Gast aus Schaffhausen keine Chance. Die Innerrhoder zogen ihr Ding über beide Halbzeiten mit nie nachlassender Konsequenz durch.

Für die Gäste aus der Munotstadt gab's bei der Begrüssung die obligaten Biberli. Ansonsten behielten die Gastgeber an diesem Abend alles Schmackhafte für sich - beide Punkte, eine nachhaltige Aufwertung des Torverhältnisses und schliesslich das unter diesen Vorzeichen mehr als verdiente Weihnachtsessen. Vor dem Anpfiff hatte TVA-Trainer Christian Hamm ein Handballfest in Aussicht gestellt. Das ist es dann auch geworden. Das Endresultat deutet an, dass man seitens der Innerrhoder nicht viel falsch gemacht hat.

Gegner überfahren

Es war bald einmal abzusehen, dass die Schaffhauser kaum eine Chance haben würden. Sie waren in dreierlei Hinsicht limitiert. Zum einen traten sie lediglich mit zehn Mann an und waren ab der 3. Minute wegen der Verletzung eines Spielers erst noch nur zu neunt. Dann fehlte ihnen mit Jonas Schopper als ehemaligem Kadetten-Crack ein Garant für Tore. Und schliesslich wurde schnell offenkundig, dass bei ihnen punkto Taktik und Technik noch viel Luft nach oben besteht. So war es für den TVA ein Leichtes, mit überzeugendem Tempospiel den Unterschied zwischen dem Tabellenführer und dem Zweitletzten aufzuzeigen. Schon nach neun Minuten lag er mit sechs Treffern voraus. Und was aufs TVA-Tor kam, war bei Goalie Jan Bischof bestens aufgehoben. Ihm stand in der zweiten Halbzeit sein Kollege Flavio De Carli in nichts nach. Bei dieser Lage der Dinge konnte Trainer Hamm schon früh auch dem Nachwuchs zu Spielgelegenheit verhelfen.

Zeitweise ein Schaulaufen

An der Vorgabe aus der ersten Halbzeit wurde nach Wiederbeginn emsig weitergearbeitet. Mit schnellem Kreuzen und überraschenden Anspielen stifteten die Gastgeber Verwirrung in der KJS-Abwehr. Und die zupackend agierende TVA-Deckung provozierte bei den Schaffhausern eine hohe Zahl an Technischen Fehlern. So fragte man sich bei den rund 300 Zusehenden, wann der Zwanzig-Tore-Abstand erreicht sein würde. Das war in der 53. Minute mit dem 36:16 durch Arie Thür der Fall. Da konnte es nur noch eine Frage der Zeit sein, wann das 40. Tor fällig würde. Fabio Sutter blieb es drei Minuten vor Schluss vorbehalten, diesen mit der Spendierverpflichtung für einen Kasten Bier verbundenen Treffer zu erzielen.

Einen Sieg in dieser Höhe nimmt man gerne ins Palmarès auf. Aber er bedarf natürlich schon der Relativierung. Zustande kam er gegen ein Team, bei dem es an vielem mangelt und das in der Wühre nicht mit Vollbestand antrat. Nichtsdestotrotz stärkt er das Selbstvertrauen, das gegen stärkere Widersacher gefragt sein wird. Am 24. Januar 2026 dürfte das der Fall sein, wenn der TVA in Arbon dem Tabellenzweiten gegenübersteht.

TV Appenzell: Jan Bischof (Abwehrquote 48 Prozent)/Flavio De Carli (42 Prozent); Fabio Sutter (1), Yannick Inauen (3), Tim Thür (6), Kai Thür, Simon Manser (4), Rouven Bischof, Daniel Inauen (3), Arie Thür (5), Lucius Graf (7/4), Rouven Inauen (6), Simon Bamert (4), Laurin Manser, Ivano Sovic (2). - Strafen: beide Teams je 1mal 2 Minuten. - TVA ohne Lukas Manser, Luca Eugster, Niels Ham, Thomas Koller, Marco Inauen. Joel Locher, Fabrice Oberle.