, Martin Hüsler / Bild: Vereinsarchiv

Herren 1 - Trotz gelichteter Reihen zum Erfolg

Herren-1-Team des TV Appenzell mit 33:27-Sieg beim TV Unterstrass Zürich.

Mit einer deutlich besseren zweiten Halbzeit können sich die Innerrhoder von einem lange Zeit aufsässigen Gegner absetzen und  beide Punkte letztlich klar sichern. Der nicht mit Vollbestand angetretene TVA konsolidiert damit seine Spitzenposition.

Auf den 1.-Liga-Matchblättern wäre an sich Platz für 16 Spieler. Verschiedene Umstände führten dazu, dass der TVA am letzten Samstag in der Zürcher Sporthalle Blumenfeld lediglich mit einem Dutzend Akteuren antrat. Da sich Lukas Manser nach zwanzig Minuten so gravierend verletzte, dass er sich in ärztliche Obhut begeben musste, stand TVA-Trainer Christian Hamm nur noch ein ausgedünntes Kader zur Verfügung. Unbändiger Einsatzwille und individuell bessere Qualitäten der Innerrhoder gaben den Ausschlag für den insgeheim wohl budgetierten Punktegewinn. „In konditioneller Hinsicht hegte ich trotz des ausgedünnten Bestandes keine Befürchtungen. Unsere Mannschaft ist diesbezüglich in guter Verfassung“, meinte Assistenztrainer Andreas Wild nach dem Spiel.

Teils ungewohnte Zusammensetzungen

Die verschiedenen Absenzen und der verletzungsbedingte Ausfall Lukas Mansers nötigten die TVA-Bank zu Improvisationen. So erhielt Abwehrrecke Rouven Bischof zusätzlich die von ihm mustergültig interpretierte Rolle des Kreisläufers zugeteilt, in der ihn später phasenweise Rouven Inauen ablöste. Letzteren sah man – auch das nicht unbedingt alltäglich – oft als Spielgestalter wirken. Auf der rechten Angriffsseite erhielt der junge Ivano Sovic viel Einsatzzeit. Und am rechten Flügel kam Tim Thür nach langer Rekonvaleszenz zu einiger Spielzeit. Sein „Debüttor“ zum 10:8 aus TVA-Sicht ist ihm offensichtlich wie eine Erlösung vorgekommen, wie man aus der zum Ausdruck gebrachten Freude ableiten konnte.

TVU stark verbessert 

Die Gastgeber verkauften ihre Haut so teuer als möglich. Gegenüber ihren Auftritten in der Meisterschaft 2024/25 waren sie kaum wiederzuerkennen. So machten sie schon früh staunen mit zwei erfolgreich abgeschlossenen No-look-Anspielen an den Kreis. Es entwickelte sich in Halbzeit eins ein durchaus ausgeglichenes Spiel, in dem es den Innerrhodern nur gelang, auf jeweils zwei Tore wegzuziehen. Ja, in der 27. Minute mussten sie den Zürchern gar die 12:11-Führung zugestehen. Aber aus drei Toren Simon Mansers, der mit bemerkenswerten Schlenzern auffiel, und einem Tor Lucius Grafs, der sich einmal mehr als absolut zuverlässig von der Siebenmeter-Linie aus erwies, resultierte dann das 15:12 für die Innerrhoder zur Pause.

Nach Wiederanpfiff dauerte es nur drei Minuten, bis sich der TVA einen Fünf-Tore-Vorsprung erarbeitet hatte. Diesen verwaltete er mehr oder weniger souverän und liess ihn zwischenzeitlich gar auf sieben Tore ansteigen. Somit waren die beiden Punkte eingefahren und die Leaderstellung gefestigt.

Zu verteidigen haben sie die Innerrhoder am kommenden Samstag, wenn um 19.30 Uhr GC Amicitia Zürich , aktuell auf Platz sieben liegend, in der Wührehalle antritt, womit dann endlich auch die über Gebühr lange Heimspielpause von sieben Wochen ein Ende hat.

TV Appenzell: Jan Bischof (Abwehrquote 25 Prozent)/Flavio De Carli (34 Prozent); Lukas Manser (1), Yannick Inauen (2), Tim Thür (1), Kai Thür, Simon Manser (9), Rouven Bischof (2), Arie Thür (5), Lucius Graf (9/4), Rouven Inauen (4), Ivano Sovic. – Strafen: TVU 5mal 2 Minuten, TVA 4mal 2 Minuten. – TVA ohne Simon Bamert, Luca Eugster, Niels Ham, Daniel Inauen, Marco Inauen, Thomas Koller, Joel Locher, Laurin Manser, Fabrice Oberle, Fabio Sutter.